Wenn man morgens gegen fünf in Dowtown aus dem After Eight mit einem Halbamihalbvenezoelaner, einer Deutschtunesierin und einem Indischenniederländer auf die Straße fällt, sollte man zusehen, dass man nicht nur die letzten, unbedingt notwendigen, fünf ägyptischen Pfund für die letzte Taxifahrt, die man alleine Richtung der Nilinsel Zamalek, also in Richtung Pension Zamalek, also in Richtung der ersten in Kairo bewohnten Unterkunft, antreten muss, in der Tasche hat, sonder unter umständen noch ein wenig mehr, weil man sonst damit rechnen muss, in der Nacht Scherereien mit dem Bawaba zu bekommen.
Weil man auf dem Bürgersteig angekommen versucht, die beiden aufgebrachten Polizisten zu überzeugen, dass das betrunkene Mädchen keine liebestollte Konkubine, sondern eine harmlose Touristin oder zumindest kein geboren ägyptisches Exemplar gelebter Sittenlosigkeit ist, dann von F. an der Hand genommen und in eine Richtung, Richtung da, Richtung Taxi, gewiesen wird, damit wir wegkommen, wobei ich auf dem Weg gerne noch kurz dahinten in die Seitengasse würde um ich weiß ja nicht wie lang die Taxifahrt wird, ist die erste Nacht in Kairo, hau rein F., keine Ahnung wo ich überhaupt bin, Taxi kostet fünf Pfund, die habe ich noch, wobei das kehlige, schlaftrunkene, aber gefühlt aggressive arabische Fluchen des aufgeweckten Clochards mit einem dediziert europäischen Schrei des Schreckens beantwortet wird; jetzt lieber schnell einpacken, obwohl noch gar nicht so richtig zum Ende gekommen, Büchs zumachen und er schnell sich-auspacken, obwohl noch gar nicht so richtig ausgeschlafen, aus dem Schlafsack raus und also zusammen weiter Richtung Taxi, arabisch an-, europäisch zurückgeflucht, wobei es nur einer von uns beiden wirklich ernst meint und nur einer von uns beiden am Ende im Taxi sitzt und mit 120 ohne Licht durch die Stadt über die Nilbrücke brettert um Zuhause angekommen zu merken, dass die Klingel an der Eingangstür zum Gebäude kaputt und dem Bawaba durch klopfen nicht beizukommen ist, aber das erscheinen eines zum Morgengebet an den Start gekommenen Greises hinter der Glastür einen irgendwie unwirklich fröhlich macht und er grinst und mit Guten Morgen auf ägyptisch, englisch, deutsch und französich die Tür öffnet, dabei den Bawaba, der 2 Meter daneben auf seiner Liege pennt, anpöbelt (einsprachig, arabisch), so das der ganz ungehalten doch noch aufsteht, um unverschämterweise seine ein bis zwei Pfund Anstrengungesgebühr einzufordern, obwohl ja er die Tür gar nicht aufgemacht hat und der Alte und ich uns einig, zweizüngig, fünfsprachig mit im ihm darüber auseinandersetzten, weil selbst wenn, ich kein Pfund mehr gehabt, alles im Taxi gelassen, es waren die letzten fünf und vergessen, dass immer noch einer kommt und was will, um ihn ruhig zu kaufen, ich ihm nichts hätte geben können, aber doch gerne getan hätte, um zu vermeiden, dass der Leiter der Pension die Tür öffnet, seinen Gast mit bösen Blick straft, den Bawaba mit Hand und Fluch wieder auf die Liege weist und mich Richtung Zimmer schickt,um am morgen beim Frühstück den Trunkenbold im nachhinein, die anderen 10 deutschen Reisegruppenstudenten vorsorglich, nocheinmal darüber aufzuklären, wie ungern Betrunkene und nächtlicher Krach hier doch gesehen sind.
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2 comments:
Moin Jogi,
Schön schön.
Was kostet der Meter Bandwurmsatz? "Zwei Meter - Zwei Mark"? :)
Ja liebe Leute... hoffentlich tun euch die Augen nicht weh. Rückmeldungen sind auf jeden Fall erwünscht, sonst weiß ich gar nicht, was ihr lesen wollt!
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