Sunday, April 27, 2008

Wunder wunder popunder...

Was ich nicht verstehe ist, was der Typ eigentlich mit ihr will. Ich habe ihn noch nie gesehen, aber so wie sie sich hier gibt, wäre es hochgradig erstaunlich, wenn er sonst für sie die Projektionsfläche aufrichtiger und inniger Zuneigung wäre. Zumindest wäre er nicht die einzige. Sie hängt seit einer Weile häufiger bei uns mit in der Wohnung rum. Ursprünglich hat Dr. Chris sie irgendwie kennengelernt, aber nachdem der das Land verlassen hat, kam sie trotzdem immer mal wieder dazu, was darin gipfelte, dass sie eines Nachts mit Dings die Füße zusammenlegte und erst nachdem die Morgensonne über Kairo stand, sich auf eben diesen wieder in Richtung Elternhaus auf den Weg machte. Das ist natürlich ein ganz unerhörtes Betragen für eine junge Ägypterin, vor allem, wenn diese verlobt ist. Ich vermute einfach einmal so in anderer Leute Privatleben hinein, dass ihr diese Verlobung keine Herzensangelegenheit ist.

Ihr schmales und sehr junges Gesicht, das einen eher 18 denn 21 Jahre vermuten lassen würde, ist hübsch und unverschleiert. Ihr Englisch ist tadellos und wenn sie lacht, sieht man weiße Zähne aufblitzen und meist etwas zu große Ohrringe wackeln. Sie besucht eine teure Universität, zu der sie allmorgentlich vom Familienfahrer chauffiert wird, weil sie in Heliopolis wohnt, was ziemlich weit draußen liegt. Sie raucht viele Zigaretten, die sie in dünnen Fingern mit schönen Ringen hält und macht einen erstaunlich schlechten Gin Tonic, der schmeckt, als würde Wodka aus einer russischen Badewanne mit kairiner Leitungswasser und einer Scheibe vergammelter, blasenwerfender, kohlensäuresimulierender Zitrone serviert. Sie ist aufgeweckt und spielt sich viel im Haar; wenn sie etwas erzählt, sind es meistens komische Geschichten über Freunde von ihr, die von uns keiner kennt.

Normalerweise denkt man ja im ersten Moment bei einer solchen Geschichte, dass die unterentwickelte ägyptische Gesellschaft grausam zu ihren Frauen ist und diese, gegen ihren Willen, einem Mann verspricht, der aus einer anderen wichtigen Familie stammt, dadurch das Ansehen der eigenen Sippe gesteigert wird und das Unglück des jungen Mädchens, aus Sicht des Papatriarchen, allemal aufgewogen ist. Das junge Mädchen hat aber einen eigenen Kopf und macht was sie will und stürzt sich so noch tiefer in das eingangs fremdverschuldete Unglück, indem sie sich aus trotz Männern ergibt und ihr Gesicht verliert. Prostitution! Sumpf! Elend! So aber nicht in diesem Fall. Der Verlobte ist kein Ägypter. Er ist ein Westler, was ein ziemlich starkes Argument gegen das der traditionellen Familienzwänge ist, da diese so eine Verbindung nun in der Regel nicht vorsehen.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sie schon immer auf leichtem Fusse gelebt und körperlichen Freuden gefrönt hat, dabei mit dem jetztigen Verlobten zu weit ging, ihre Unschuld verlor und, um die Familienehre zu retten, diesem Herren zur Frau versprochen wurde, damit die Verbindung im nachhinein vor Gott dem Allmächtigen, wenn nicht als moralisch unbedenklich, so doch zumindest als vertretbar gegolten hätte. Das wäre der normale Lauf der Dinge in einem Land, in dem man zum vorehelichen Sex statt einem Kondom eher einen Verlobungsring mitbringen sollte, bzw. einem Land, indem es die 24 Stunden Hochzeit gibt, um sich vor rechtlichen Konsequenzen beim Bordellbesuch zu schützen. Aber auch diese Variante ist in dem hier betrachteten Fall wenig wahrscheinlich, denn welcher anständige Ägypter würde seiner Tochter schon weitere Eskapaden, wie außerhäusige Übernachtungen und den täglichen Umgang mit der verdorbenen Brut an einer Schnöseluniversität erlauben, wenn ihm die Neigung des eigenen Sproßes zur Sünde doch bereits bewiesen worden ist.

Die letzte Variante, die mir in den Sinn kommt, ist die, in der sich die beiden aus Liebe und freien Stücken in jungen Jahren verlobt haben, sie ihn jetzt nicht mehr mag und deswegen lieber anderweitig Vergnügen sucht. Wenn sie sich aber so leicht und, für ägyptische Verhältnisse, frei, verloben konnten, steht doch einer Entlobung eigentlich nichts im Wege und diese wäre aus ägyptischer Sicht auch allemal anständiger, als den Herren zum Narren zu halten und das Risiko einzugehen, dass dieser sich später hintergangen fühlt und das Verhältnis im Skandal löst, da die Versprochene die Regeln gebrochen hat. Sie sagt aber, dass das Bündnis gültig ist und in einer Ehe enden wird.

Es ist nun sehr schwierig und nicht eigentlich in meinem Interesse diese Geschichte weiter zu verfolgen und eine Antwort auf die Frage zu finden, da die Angelegenheit zum einen natürlich über die Maßen privat und zum anderen ordinär und geschmacklos ist. Aber was ich nicht verstehe, ist, was der Typ eigentlich mit ihr will.

Friday, April 18, 2008

Hunger!

Die Schlange vor der Baeckerei ist so ungewoenlich lang, das jeder der sie sieht denkt, er sei am Samstage des Osterwochenendes bei Baecker Hansen in der Wedeler Landstrasse, um Brot zu kaufen. Dann naehmlich, wenn das ganze Dorf sich mit Omabroetchen, Schwarzbrot und, weil erst am Dienstag wieder eingekauft werden kann, sogar mit Graubrot eindeckt, damit die Tage schoen beginnen, bei Brot und Tee und Osterei. Am Ende der Schlange, weit auf der Strasse, steht eine alte Frau, die es schwer hat, weil die Jungen draengeln und bruellen und die Haende strecken und gieren. Die Baeckerei ist eine von 800, die die Armen in Kairo mit Brot aus subventioniertem Getreide versorgen soll, auf das der Hunger nicht Ueberhand nimmt und der Volkszorn nicht zur Revolution werde. Das meiste von dem Getreide wird von den Baeckereien gleich wieder auf dem Schwarzmarkt verkauft, mit herrlichem Gewinn, der jedes Kaufmannsherz hoeher schlagen laesst. Eine schwarze Mercedes S-Klasse braust heran, sodass die Frau als weiches Buendel unter ihrer schmutzigen Djilbab an der Strasse klebt und kein Brot mehr braucht.

In der kretischen Laube hat einmal der beinah 30 jaehrige Joseph zum jungen Pharao Amenhotep gesprochen, ihm Stueckchen erzaehlt und die Traeume gedeutet, damit Keme nicht sieben Jahre hungert, nachdem es sieben Jahre der Fuelle erlebt hat. In dieser kleinen Loggia also, gestuetzt von zwei Saeulen, mit einem Fussboden, dessen Quadrate Teils auf Delphinen reitende Kinder, teils Tintenfische zeigten, wurde vor einigen vielen Jahren der Hunger in Aegypten schon besprochen und was liegt da naeher, es dann hier nocheinmal zu tun. Um der Wiederkehr der Sorge, des Ortes und der Beteiligten Rechnung zu tragen und das Geschriebene zum ernsten Thema naerrisch bunt zu machen, wollen wir Joseph und Nefer-Cheperu-Re-Amenhotep anhalten, uns Worte einzufluestern, die wir sonst nur selten hoeren, so selten, wie wir Hunger spueren.

Was also die Frau betrifft, so ist ihr Ende ein barockes Bild, gemalt mit Blut und Mehl auf der fauligen Leinwand der Globalisierung (dieses Wort kam nicht aus Josephs Mund), vielsagend und einpraegsam durch den Kontrast. Ihre Geschichte ist deswegen zur Zeit auch die meissterzaehlte. Viele waren dabei und haben es gesehen und vielen haben sie davon erzaehlt, viele haben darueber geschrieben und berichtet und viele mehr haben es dann gelesen und gehoert. Die anderen Toten sind weniger prominent, sie sind einfach an Schwaeche gestorben, waehrend sie auf Brot warteten oder von einem anderen in der Schlange niedergestochen worden, weil ein Streit ueber die Reihenfolge entbrannte. Wieder andere hat es nicht beim Baecker dahingerafft, sonder im Strassenkampf mit der Polizei, so auch zwei Jugendliche, 15 und 16, mit 2, respektive 3 Kugeln in Kopf und Koerper. Aber denen wollen wir uns ein andermal widmen, da sie nur entfernt und im Grossen Ganzen, dem Weltganzen, mit dem Hunger zu tun haben und hier ja keine Worte verschwendet werden sollen, sondern alles in knapper Praezision mit dem straffen Duktus der Nachrichtenschreiber zur allgemeinen Bekanntmachung des Themas dienen soll.

Joseph wurde also zum Ernaehrer des Mangels. Seine Aufgabe war es, einen Ausgleich zu schaffen zwischen Fuelle und Mangel, indem man die Fuelle spart, um den Mangel damit zu naehren. So lautete Pharaos schoener Wille und er beschmueckte seinen Knecht dann bald mit Titeln wie "Fuerst der Vermittlung", "Freund der Ernte Gottes", "Oberster Mund" oder nannte ihn, etwas weiter gefasst, den "Vorsteher dessen, was der Himmel gibt, die Erde erzeugt und der Nil hervorbringt, von allen Dingen im ganzen Lande und Wirklichen Vorsteher der Auftraege". Zwar ist Aegypten heute nicht mehr mit Kornhaeusern und knapper Rationierung vom Hunger zu befreien, aber wie der Mercedes zeigt, haette unser Gottesfreund auch in unseren Tagen noch etwas gefunden, was er dem Mangel haette entgegensetzten koennen. Es gab noch nie so viele davon in Kairo. Waehrend er damals die Fuelle besah, indem er in der Jahreszeit Akhet das Ausmass der Ueberschwemmung verzeichnete, im Peret dann die Menge der Saat jeder Frucht bestimmte und zum Shemu, der Sommerernte, die Ertraege wog, muesste er heute nur die Veroeffentlichungen der Ministerien am Ende des Fiskaljahres besehen, um zufrieden zu sein und dem Mangel kampfeslustig entgegenzusehen.

Die Alte in ihrem Djilbab hatte wohl irgendwie durcheinandergebracht, dass wir uns in der siebenjaehrigen Zeit der fetten Aehren, also der Zeit des ueberflusses und der Sorglosigkeit bewegen und keinesfalls in den Tagen der duerren Kuemmer-Aehren siechen. Ueber 7% Wachstum seit 5 Jahren, groesster Empfaenger auslaendischer Direktinvestitionen in Afrika, explodierende Exportbilanzen, ausufernde Fremdwaehrungsreserven in der Zentralbank, eine nie zuvor erreichte Zahl von Touristen, steigende Erloese durch den Schiffsverkehr im Suezkanal und der Titel "Reformer of the Year 2007" im Business Report 2008 der Weltbank zeigen eindeutig, dass Joseph die Frau zur Geduld fuer das Leben im Mangel angemahnt und auf die durchweg positiven Wirtschaftsdaten verwiesen haette, damit kein Unterbruch entstuende in der Folge der Jahre und alles so kaeme, wie im Koenigstraum beschrieben. Was ihn wohl haette stoeren koennen, sind die fast 15% Inflation, aber da weiss man sowieso nie so genau, woher sie kommt und was Ursache, was Wirkung ist, wieviel genau vertraeglich und wieviel genau schaedlich ist.

Wir wollen unserem umsichtigen Vorsteher an dieser Stelle natuerlich keine Kompetenz absprechen, da es nicht nur sein Verstand, sondern vor allem sein Segen war, der zeitlos ist, der ihn den Mangel beherrschen und ertraeglich machen liess, aber es sei doch gesagt, dass man als Herrscher ueber Unter- und Oberaegypten allein heute nur begrenzt schalten und walten kann. Das Getreide wird importiert und die gezahlten Weltmarktpreise an die Verbraucher weitergegeben. Da aber alle auf der Welt Hunger haben und wir die Planeten mit Biosprit retten wollen, ach.... was erzaehle ich da. Das fuehrt zu weit. Nachrichten koennt ihr ja selber gucken, ich wollte nur kurz bescheid sagen, dass eine alte Frau von einem Mercedes ueberfahren wurde und das es in Aegypten keinen gibt, dessen Aufgabe es ist, dem Mangel zu begegnen, der also wie Joseph waere und im Volke beliebt, der Steuern einnimmt und verteilt, alle gleich behandelt und Segen bringt, der menschlich ist und leben laesst.

Saturday, April 5, 2008

Polizei!

Ein Verkehrspolizist sitzt an der Ecke Sharia Brazil und 26th of July unter der Hochtrasse in einem Plastikstuhl und arbeitet. Das nicht geladene AK 47 ist an den Stuhl gelehnt und ein Bein durch den Trageriemen gesteckt, damit keiner kommt und es mitnimmt, was leicht zu machen wäre, so nah wie die Autos in 4-8 Reihen auf 2-3 Spuren an ihm vorbeibrausen. Aber er passt auf! Hier wird nichts geklaut! Mit dem Fuß im Riemen kann man sogar ein kleines Nickerchen halten, wenn man nicht so empfindlich ist, was Lärm angeht zumindest. Dieser Polizist ist auf Zamalek 1000 mal, in Kairo wohl 100.000 mal anzutreffen. Irgendwo zwischen 35 und 55 Jahre alt, aber das weiß keiner so genau, der Verkehr ist lauter als jede Uhr je ticken könnte. Er ist überall, er sitzt an Kreuzungen. Er sitzt mit 4 anderen 12 Stunden am Tag in einem Polizeiauto, dass in einem extra gebauten Unterstand auf dem Gehsteig auf einer Brücke steht. Er sitzt am Ausgang der Stadt in die Wüste. Er sitzt in den kleinen Wachhäusschen vor den Botschaften und Banken, er sitzt einfach mitten an der Straße, auf einer der Überführungen und sitzt und sitzt und trägt die Verantwortung für den Verkehr und die Ordnung im allgemeinen.

Hier in Zamalek kann es passieren, dass es einen Unfall gibt. Das passiert nicht oft, sogar erstaunlich selten, wenn man die Verkehrsverhältnisse bedenkt, aber manchmal kommt es doch vor. Dann gibt es Arbeit! Erstmal wird aufgestanden und das Gewehr um die Schulter gehängt, außerdem der Vorgesetzte verständigt und dann gestanden und gewartet, bis jemand kommt, der weiß was zu tun ist. Bis das geschehen ist, sind meistens schon viele Leute zusammengekommen, um zu sehen was passiert ist. Kaufleute aus den Läden, ihre Kunden, Anwohner und auch 10-15 Polizisten aus den umliegenden Plastikstühlen. Derjenige, vor dessen Stuhl es passier ist, weiß natürlich am meisten und wird am meisten zu allem befragt und falls er nicht gerade geschlafen hat, antwortet er gern! Am besten wäre es jetzt, wenn er seinen Stuhl auf einen der kleinen Kiosks stellen könnte, damit er etwas höher sitzten und seine Ecke im Troubel weiter im Auge behalten und ihre Fragen beantworten könnte. Bald darauf ist die Straße wieder frei. Kaputte Autos kann man nicht kaputt machen, nichts passiert also. Zurück auf die Plätze! Weiter gehts.

Ein Stück weiter nach Süden, zum Beispiel die Hasan Basha Sabri runter, in Richtung der Botschaften, haben die meisten Glück und sie haben zwei Plastikstühle nebeneinander oder sogar eine kleine Bank und der Verkehr ist viel ruhiger und man kann sich unterhalten. Man sitzt und redet. Wird man von einem der Ausländer gefragt, wo eine Straße ist, kann es schon einmal sein, dass man vergessen hat, wo man überhaupt ist und nichts antwortet, obwohl die Straße, nach der man gefragt wird, genau die ist, in der man gerade arbeitet. Aber was solls, solange nichts passiert, ist die Arbeit gut gemacht! Dank der Bank oder den zwei Stühlen kann man sich mit dem arbeiten abwechseln und solange der andere weg ist, einen Freund einladen und einen Tee trinken und ihm zeigen, wie das Funkgerät funktioniert. Man kann auch sein Gewehr nehmen und um die Ecke schleichen, sich hinter den parkenden Autos oder einem Baum verstecken und so tun, als würde die niederländische Botschaft zum Beispiel die polnische angreifen. Aber das geht erst abends, wenn es etwas ruhiger ist und keiner zuschaut, denn die Polizeiarbeit ist ein ernstes Geschäft, das mit Verantwortunsgefühl und Umsicht erledigt werden will!

Wo sie nun zu zweit sitzten, kann man Pause machen. Wenn dann ein Freund kommt um einen Tee zu trinken, kann man sich sein Taxi ausleihen und etwas dazu verdienen, denn eine Familie kann ein Polizist alleine nicht ernähren. Hier in Zamalek sind viele Leute aus dem Westen. Man kann sie zu den Touristenattraktionen fahren. Nach Giza, zu den Pyramiden oder ins Alte Kairo, ins Koptische Viertel, zum Al Khalili Markt oder in eines der Museen. Man kann sie auch zur Arbeit fahren, nach Mohandessin oder in ein Restaurant, das in Maadi ist und sehr teuer ist. So verdient man etwas Geld, was sehr wichtig ist. Es ist nur ratsam, das Gewehr beim Stuhl und beim Freund zu lassen, denn die Touristen sind immer sehr verwundert, wenn ein Polizist im Taxi sitzt. Und wenn er sein Gewehr dabei hat, sind sie manchmal sehr unruhig, weil sie wohl nicht wissen, dass es nicht geladen ist. Mit ein wenig Glück, kann man in einer dieser Pausen von der Arbeit so viel verdienen, wie in einer ganzen Woche. Oder fast noch mehr:

Ein Polizist, der nicht Genau und im eigentlichen Sinne ein Polizist ist, aber auch die Verantwortung für Ordnung und Sicherheit trägt, arbeitet im Gabalaya Park, gleich um die Ecke, die Hasan Basha runter und dann Rechts, in die Baha ad-Din rein. Er ist dafür zuständig, dass es im Park ordentlich und sittlich zugeht. Einmal hat er im Park aufgepasst, als eine Frau und ein Mann aus dem Westen in den Park kamen, die sich an den Händen hielten. Der Eintritt ist für sie ein wenig teurer, zwischen zwei und fünf Pfund vielleicht, je nach dem, wie geschickt sie sind. Es kommen trotzdem viele von ihnen. Jeden Tag sind welche da und halten die Hände. Und manchmal wissen sie nicht, wie man sich anständig benimmt und dann gibt der Mann der Frau einen Kuss auf den Mund und der Polizist geht zu dem Mann und sagt, dass das nicht in Ordnung ist und das nicht anständig ist und man zusehen muss, dass nicht alles außer Rand und Band gerät und die Strafe für diese Widerwärtigkeit 50 Pfund ist. Er sagt das sehr bestimmt, schon fast ein bisschen laut, aber das ist wichtig, weil seine Uniform nicht exakt die eines Polizisten ist, er aber ebenfalls für Ordnung sorgt und also eine Respektsperson ist. Der Mann wird dann sehr böse und sagt auf Englisch, dass er seine Freundin küssen kann, wo immer er will und solche Sachen und dann sagt der Polizist, dass was er davor gesagt hat und nimmt sein Handy in die Hand um anzudeuten, dass er die Polizei rufen wird und sagt ein paar mal bestimmt und laut: 50 Pfund.

Der Mann aus dem Westen wird sehr böse. Er nimmt 50 Pfund, nein er nimmt 100 und gibt sie dem Polizistchen und küsst nocheinmal wütend die Frau, der das offensichtlich irgendwie gefällt, weshalb sie einen dritten Kuss bekommt und wir also 50 im Minus sind, was dem Herren gleich angetragen wird, der darauf wieder bezahlt und laut lacht und auch der Polizist freut sich, aber lacht nicht, sondern bleibt ernst, es ist seine Arbeit und dann wird weiter geküsst und bezahlt und so wechseln 300 Pfund und etwas Spucke den Besitzer und man trennt sich, wobei der Mann und die Frau sich wahrscheinlich nicht trennen, sondern sich das Paar vom Park und dem Polizisten trennt.

Wenn der Park zumacht zwischen 5 und 9 Uhr, kann der Polizist das Tor schließen und in Richtung 26th of July hochlaufen, wo bestimmt jemand Zeit hat, sich diese Geschichte anzuhören. Und er kann seine Freunde, die richtigen Polizisten und deren Freunde, die Taxifahrer und je nach dem, wer eben gerade auf den Stühlen sitzt, einladen, einen Tee zu trinken und eine Wasserpfeife zu rauchen und zu lachen, wie dumm der Mann war, der seine Frau doch jederzeit umsonst und in Ruhe zu Hause küssen kann.